Und dann hat er mich gezwungen es nochmal 7 Mal zu machen.



Dann weitere 10 Mal.


Und das war auch gut so.


Okay, gezwungen ist vielleicht ein bisschen hart formuliert. Aber Jo Bukowski, Professor an der Alanus Hochschule in Köln und einer der Lehrer, bei denen ich mir gelegentlich ein paar Impulse für meine Entwicklung als Künstlerin holen durfte, kann schon sehr klare Worte finden.


Und seine Aufgabe für mich war schlichtweg, ein und dasselbe abstrakte Bildmotiv – ein und dieselbe Komposition, mit genau denselben Farben wieder und wieder und wieder zu malen.


WAAAAAS? Was für eine Zumutung, für mich, die ich doch die Abwechslung so sehr liebe, gerne alles Mögliche ausprobiere, voller Neugier überall mal hineinleuchte.


Aber der Widerstand war sinnlos.


„Na, wenn er noch nicht genug hat, dann mach‘ ich das halt weiter. Dann rotz‘ ich ihm das jetzt mal hin. Ist mir doch egal. Dann mach ich das halt.“

„Ach noch eine Runde, und jetzt auch noch mit Zeitdruck? Jo, Du nervst mich!!! Aber okay, ich bin schließlich hier, um etwas zu lernen.“





Das war genau der Punkt, an dem er mich haben wollte. Loszulassen von zu viel vorgefasster Vorstellung, wie das Endergebnis aussehen sollte. Von zu viel „Technikverliebtheit“, denn clever, wie man ist, hat man hat sich auf YouTube und anderswo ja schon so einiges an wirkungsvollen „Moves“ abgeschaut und beigebracht.


Die muss man aber wieder ablegen, wenn man Tiefe erreichen will. Der Sache stattdessen auf den Grund gehen. Und sich durch eine Phase von gefühlt „hässlichem Müll“, den man da produziert durchkämpfen, damit man am Ende weiß, wer man ist und wo man hinwill. Seine künstlerische Position findet.


Durch die repetitive Aufgabe kommt irgendwann das hoch, was man wirklich mit der Malerei ausdrücken wollte. Und das zu erkennen, ist ein großes Geschenk.


Es in Worte zu fassen ist nicht immer einfach.


Wenn Du als Kunstliebhaber daher vor der Frage stehst, wie man eigentlich die Spreu vom Weizen trennen kann, wie Du beurteilen sollst, welche und welcher der zahlreichen KünstlerInnen da draußen ernsthaft, seriös und nachhaltig arbeitet, und auch morgen noch am Kunstmarkt zu finden sein wird, dann habe ich folgenden Tipp für Dich: ❌ Schaue nicht (nur) auf die Anzahl der Follower auf Instagram, Facebook, TikTok und XouTube – sie zeigt eher, wie wirkungsvoll sich die Person inszeniert. ❌ Frage nicht unbedingt die „sachverständige Person“ in Deinem Bekanntenkreis, ob man von dem Namen schon mal was gehört hat – denn auch diese Vorgehensweise führt eher zu denen, die am lautesten die Werbetrommel rühren.

✔️ Suche doch einfach mal den Kontakt mit dem Künstler oder der Künstlerin, für die Du Dich interessierst und stelle im nächsten Gespräch die Frage nach den prägenden Momenten seines oder ihres Werdegangs…


Auf das Resultat darfst Du gespannt sein!


Falls Du übrigens auch noch wissen willst, wie ich zur Kunst gekommen bin, und was ich von einem weiteren sehr angesehenen Künstler, Peter Tomschiczek, lernen durfte, dann abonniere am besten gleich hier meine Studio Updates.

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